Unterm Reetdach hängt für jede Art etwas - Winterfütterung: Vögel brauchen ein individuelles „Menü“.

Wer die Winterfütterung für die Vögel im Garten attraktiv machen möchte, sollte individuell auf die verschiedenen Arten abgestimmte „Kost“ reichen und am Vogelhaus verschiedene „Menüpunkte“ anbieten, damit die Vögel nicht beim Kampf um die Nahrungskonkurrenz wertvolle Energie verbrennen. Mit „alles unter einem Dach“ ist es nicht getan, wissen Naturschützer. In Zusammenarbeit mit Ökologen und Biologen hat die Hiss Reet GmbH, Bad Oldesloe, deswegen jetzt ein neues Fütterungskonzept entwickelt. „Alle unsere Vogelhäuser werden mit optionalen Haken (zum Selbsteinschrauben) ausgeliefert“, erklärt Gartenexperte Sven Bormann von Hiss Reet. „An diesen Haken können handelsübliche Meisenknödel, Nussstangen, -säckchen oder Futterglocken aufgehängt werden. Das sieht lustig aus und ist sauber auszutauschen.“

 

Von Amsel bis Zeisig – jeder bekommt sein Menü

Je nachdem, was an den Haken kommt, finden sich auch die Vogelarten ein. Auf ihre Bedürfnisse sollten die baumelnden Leckereien genau abgestimmt sein. Die gefiederten Freunde, die in unseren Breitengraden überwintern, teilen sich nämlich in Körner- und Weichfutterfresser ein. Körnerfresser sind u.a. Spatzen, Finken, Ammern, Zeisige. Sie bevorzugen Sonnenblumenkerne, Nüsse, Freilandfuttermischungen. Weichfutterfresser wie Rotkehlchen, Amsel, Zaunkönig, Blau- und Kohlmeise, Heckenbraunelle, Seidenschwanz, Drossel oder Star mögen frisches Obst (auch eine halbe Apfelsine oder ein Apfel, mit einem Faden am Haken befestigt, sind ein Magnet für die Wintervögel), Rosinen, Kleie oder Haferflocken. Wenn etwas Weichfutter zu Boden fällt, sind Amsel und Co sogar begeistert: Sie nehmen gern Talgpartikel vom Boden auf.

 

Futterknödel  selbstgemacht

Niemand muss mit einer riesigen Einkaufsliste in den Futtermarkt fahren, um das individuelle Menü „am Haken“ zusammenzustellen. Der Naturschutzbund Deutschland und andere Umweltorganisationen raten dazu, Meisenknödel selbst herzustellen und so die richtige Mischung für die jeweiligen tierischen Bedürfnisse zu kreieren. Besonders viel Freude bereitet das mit Kindern. So wird es gemacht: ungesalzenen Rinder- oder Hammeltalg erhitzen, Speiseöl im Verhältnis von 1:5 hinzugeben (dadurch bleibt das Fett geschmeidig und bröckelt nicht). Für die Körnerfresser dann die doppelte Menge Körnermix zugeben, für die Weichfutterfresser eine Mischung aus Talg, Weizenkleie, Beeren und Haferflocken. Das erkaltende Gemisch zu Knödeln formen oder in kleine Blumentöpfe oder halbe Kokosnüsse füllen und einfach aufhängen. Wichtig: Solche Futterknödel und -glocken sollten an der Schattenseite des Vogelhauses aufgehängt werden, damit sich die Mischung nicht erwärmt und herausfällt.

 

Im Herbst mit kleinen Portionen starten

Bereits im Spätherbst, so raten Ökologen, sollte das Füttern unter dem Reetdachvogelhaus mit kleinen Mengen beginnen. Ein begrenztes Sortiment „am Haken“ sorgt dafür, dass die Tiere aufmerksam werden und sich an die Futterstellen gewöhnen. Als „Hingucker“ eignen sich für eilige Vogelfreunde auch Sonnenblumenköpfe.

 

„Menü am Haken“ hilft Vögeln, Energie zu sparen

Erfahrene Gartenbesitzer staunen oft, wie schnell die Säckchen oder Glocken am Haken leergepickt sind. Das liegt an dem hohen Grundumsatz der gefiederten Freunde: Um seine Betriebstemperatur zu halten, muss etwa ein Spatz unaufhörlich fressen. Pro Kilo Körpergewicht braucht ein Vogel umgerechnet zehn Mal so viel Nahrung wie der Mensch. Er hat daher gerade im Winter beim Fressen keine Zeit zu verlieren. Auch das ist ein Grund für die Idee mit den Haken am Vogelhaus: Meisenknödel und Ähnliches sollte immer so aufgehängt werden, dass sie von allen Seiten frei und ungehindert zugänglich sind. Natürlich zieht das „Menü am Haken“ auch ungebetene Gäste an: Gartenbesitzer sollten unbedingt darauf achten, dass das Vogelhaus nicht von Katzen oder Hunden erreicht werden kann.

 

Hängendes Futter hält die Vögel gesund

Noch ein Tipp für die Vorbereitung der Winterfütterung: Bei Meisenknödeln aus dem Vorjahr unbedingt auf das Haltbarkeitsdatum achten. Ist das darin enthaltene Fett ranzig geworden, können die Vögel eine Magenverstimmung bekommen. Die Fett-Körnermischungen im Netz oder als Knödel haben noch einen weiteren Vorteil, gerade in der unwirtlichen Jahreszeit: Das Fett schützt die Körner und Nüsse vor Nässe und verhindert so ein Aufquellen im Magen der Tiere. Ein No-Go für das Menü am Haken sind gewürzte und gesalzene Speisen oder Brot, das ebenfalls im Magen aufquellen kann. Die hängende Futterhaltung, so Gartenexperte Sven Bormann, dient auch der Gesundheit der Vögel: „Vögel koten auch beim Fressen. Hier wird das Futter, anders als beim Einstreuen auf den Boden des Vogelhauses, vor der Verunreinigung durch Kot geschützt. Das Menü am Haken minimiert die Ausbreitung von Vogelkrankheiten deutlich.“

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